Der Plankopf ist das Feld auf jedem Plan, meist unten rechts, das den Plan eindeutig beschreibt: Projekt und Bauherrschaft, Planinhalt, Planart oder Leistungsphase, Maßstab, Format, Plannummer, Index und Datum, das planende Büro sowie Freigabe und Unterschrift. Er macht aus einer Zeichnung ein prüfbares Dokument. Die Norm nennt dieses Feld „Schriftfeld“ (DIN EN ISO 7200); im Hochbau sagt man „Plankopf“. Was ein Plankopf mindestens enthalten muss, ergibt sich vor allem aus der Bauvorlagenverordnung Ihres Landes und den Vorgaben der Bauherrschaft; die Norm DIN EN ISO 7200 gibt den Rahmen.
Was gehört in einen Plankopf?
| Feld | Beispiel |
|---|---|
| Bauvorhaben/Projekt | Neubau Wohnhaus, Musterstraße 1, 80331 München |
| Bauherrschaft | Name und Anschrift |
| Planinhalt | Grundriss Erdgeschoss |
| Planart/Leistungsphase | Genehmigungsplanung (LPH 4), Ausführungsplanung (LPH 5) |
| Maßstab | M 1:100 |
| Format | A1 |
| Plannummer | nach Planschlüssel des Projekts |
| Index und Indextabelle | Index, Änderung, Datum, Name |
| Datum | Ausgabedatum des Planstands |
| Büro, gezeichnet, geprüft | Name und Anschrift des Büros, Kürzel der Bearbeitenden |
| Freigabe und Unterschrift | bei Bauvorlagen: Bauherr und Entwurfsverfasser |
Viele Büros ergänzen einen Nordpfeil, einen Übersichtsplan, der den dargestellten Bereich zeigt, und Hinweise wie „Maße am Bau prüfen“.
Die Norm: Schriftfeld nach DIN EN ISO 7200
DIN EN ISO 7200 (2004) legt Datenfelder für Schriftfelder und Dokumentstammdaten fest: welche Angaben ein Schriftfeld enthalten soll, was sie bedeuten und welche Feldlängen empfohlen werden. Sie gilt als Nachfolgerin der früheren DIN 6771-1. Laut Übersichten zur Norm sind nur wenige Felder Pflicht, darunter der rechtliche Eigentümer des Dokuments, eine Sach- oder Dokumentnummer, der Titel, das Ausgabedatum, die Dokumentart, die erstellende und die genehmigende Person; ein Änderungsindex ist danach ein Wahlfeld. Die Norm gibt keine feste Gestaltung vor. Für die Praxis im Hochbau reicht sie allein nicht aus: Maßstab und Unterschriften verlangt das Bauordnungsrecht, Index und Leistungsphase kommen aus den Vorgaben von Büro und Bauherrschaft.
Was die Bauvorlagenverordnung verlangt
Für Pläne, die mit dem Bauantrag eingereicht werden, gelten die Bauvorlagenverordnungen der Länder. Sie unterscheiden sich im Detail; zwei Beispiele aus Bayern:
- Für Bauzeichnungen ist ein Maßstab von 1:100 zu verwenden; ein größerer oder kleinerer Maßstab ist zulässig, wenn die Darstellung es erfordert oder er ausreicht. In den Bauzeichnungen sind unter anderem „der Maßstab und die Maße“ anzugeben (BayBauVorlV § 8).
- „Der Bauherr und der Entwurfsverfasser haben den Bauantrag und die Bauvorlagen zu unterschreiben“ (Art. 64 Abs. 4 BayBO). Deshalb hat der Plankopf einer Bauvorlagezeichnung Felder für beide Unterschriften.
Für den Lageplan verlangte schon die Muster-Bauvorlagenverordnung (MBauVorlV, Fassung 2007) „den Maßstab und die Nordrichtung“. Jedes Land hat eine eigene Verordnung, in Nordrhein-Westfalen etwa die Bauprüfverordnung (BauPrüfVO). Prüfen Sie vor dem Einreichen die Fassung Ihres Landes.
Index und Indextabelle
Jeder neue Planstand erhält einen neuen Index, meist einen Buchstaben (a, b, c) oder eine Nummer. Die Indextabelle im Plankopf führt für jeden Index das Datum, eine kurze Beschreibung der Änderung und das Kürzel der bearbeitenden Person; die geänderten Bereiche werden auf dem Plan eingewolkt. Wichtig ist, dass der Index im Plankopf, die Indextabelle und die Planliste übereinstimmen. Weicht der Index auf dem Plan von der Planliste ab, ist unklar, welcher Planstand gilt, und auf der Baustelle wird im schlimmsten Fall nach einem überholten Plan gebaut. Wie Sie zwei Planstände vergleichen, zeigt unsere Seite PDF-Pläne vergleichen.
Plannummer und Planschlüssel
Größere Projekte arbeiten mit einem Planschlüssel, der die Plannummer aus Bausteinen zusammensetzt, zum Beispiel Projekt, Leistungsphase, Fachplanung, Geschoss und laufende Nummer. Öffentliche Bauherren und große Auftraggeber geben Planschlüssel und Plankopf oft verbindlich vor. Wichtig ist nicht das Schema, sondern dass es im ganzen Projekt einheitlich angewendet wird, damit jeder Plan eindeutig auffindbar ist.
Plankopf-Vorlagen
CAD- und BIM-Programme bringen Plankopf-Vorlagen mit, die Angaben wie Maßstab, Datum und Plannummer automatisch aus dem Projekt übernehmen. In ArchiCAD beispielsweise werden Indizes und Änderungen über die Indexverwaltung und den Änderungsmanager verwaltet; die Planköpfe liegen in den Masterlayouts. Viele Büros pflegen eine eigene Vorlage im Corporate Design und passen sie an die Vorgaben einzelner Bauherren an. Prüfen Sie bei jeder Vorlage, ob sie die Pflichtangaben Ihres Landes und die Felder für Index und Unterschriften enthält.
Häufige Fehler
- Index im Plankopf nicht hochgesetzt, obwohl der Plan geändert wurde.
- Maßstab im Plankopf stimmt nicht mit dem Maßstab der Darstellung überein, etwa nach dem Verkleinern.
- Plankopf aus einem anderen Projekt kopiert, mit falscher Bauherrschaft oder Adresse.
- Fehlende Unterschriftsfelder bei Bauvorlagen.
- Planliste und Plankopf zeigen unterschiedliche Indizes.
Häufige Fragen
Was ist ein Plankopf?
Das beschreibende Feld auf einem Plan mit Projekt, Planinhalt, Maßstab, Plannummer, Index, Datum, Büro und Freigabe. Die Norm nennt es Schriftfeld.
Welche Norm gilt für den Plankopf?
DIN EN ISO 7200 für Schriftfelder. Für Bauvorlagen kommen die Anforderungen der Bauvorlagenverordnung des jeweiligen Landes hinzu.
Wo steht der Plankopf auf dem Plan?
Üblicherweise unten rechts, damit er beim gefalteten Plan sichtbar bleibt. Viele Bauherren geben Lage und Gestaltung vor.
Was bedeutet der Index im Plankopf?
Er kennzeichnet den Planstand. Jeder neue Planstand erhält einen neuen Index, der in der Indextabelle mit Datum und Beschreibung festgehalten wird.
Muss der Plankopf unterschrieben werden?
Bei Bauvorlagen ja: Nach den Bauordnungen der Länder unterschreiben in der Regel Bauherr und Entwurfsverfasser. Bei Ausführungsplänen regeln Büro und Vertrag die Freigabe.
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